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Freitag, 24. Juli 2015

Auto abgegeben!

Nun ist unsere "Büchse" also weg und steht im Hafen von Hamburg.

Eigentlich hatten wir geplant, bereits am Dienstag Abend einen Teil des Weges unter die Räder zu nehmen, aber Ozy musste länger arbeiten und so haben wir uns einen gemütlichen Abend gemacht (während dem uns noch das eine oder andere zum Einpacken in den Sinn gekommen ist...).

Am nächsten Morgen sind wir dafür um viertel vor fünf aufgestanden. Nach dem Tanken in Goldau ging's um halb sieben dann wirklich los in Richtung Norden. Über die A5 und A7 kamen wir trotz gelegentlicher Baustellen und einem kleinen Stau recht gut voran. Ozy bis ca. Höhe Frankfurt, dann nach einem kurzen Mittagshalt ich (nach langer Zeit wieder mal) am Steuer.

Die Dichte an Wohnwagen und Wohnmobilen, meist mit Dänischem Kennzeichen, nahm gegen Norden immer mehr zu. Aber mit dem Dodge macht es einfach Spass zu fahren (und zu überholen...). Ozy musste mich immer wieder mal mahnen, da ich die "Reisegeschwindigkeit" von 110 km/h gelegentlich etwas überschritt und mit den BMWs und Audis um die Wetter fuhr... (sie haben meist etwas seltsam geguckt, als sie von einem Reisemobil überholt wurden).

Ozy hat, um sich von meiner Fahrerei abzulenken, in der Zwischenzeit die Thermen und Womo-Standplätze im Grossraum Hannover/Hamburg recherchiert, so dass wir um die vier Uhr bei der Therme Soltau eingefahren sind.
Ein Parkplatz im Grünen.
Wir haben sofort die Badesachen gepackt und uns ins Thermalwasser gestürzt, das hier aus einer Solequelle besteht.  Es gibt zahlreiche Innenbecken und ein Aussenbecken mit Sprudeldüsen und verschiedenen Temperaturen und Salzgehalt. Dazu eine kleine Gradieranlage mit wunderschönen, teils filigranen Salzablagerungen und ein Dampfbad. Die Saunalandschaft ist auch sehr schön. Der Innenbereich war wegen "enormer Lärmbelästigung" (nicht übertrieben) nicht gut benutzbar. Aber die Aussenanlagen haben auch einiges zu bieten: neben diversen Saunen auch zwei Abkühl- bzw. Schwimmbecken mit 13 und 20°C. Zum Abschluss haben wir grad noch ein 3teiliges Banja-Ritual in der Erdsauna erwischt – leider ohne "Abklopfen", aber dafür mit Zitrusfrüchten und Crush-Eis. Auf Anfrage hat uns Rolf, der "Aufgussmeister", auch noch einen guten Restaurant-Tip gegeben:

Das Brauhaus in Soltau

"Spare Ribs satt" – mmmm!
Im "Brauhaus Joh. Albrecht" (es gibt weitere gleichnamige Brauhäuser u.a. in Konstanz, Bielefeld) haben wir grad noch einen Platz im grossen Garten gefunden und haben unseren Appetit, der nach 870 km und dem Thermisieren doch beträchtlich war, mit wunderbaren "Spare Ribs satt" und herrlichem Bier bzw. "Fassbrause" gestillt.

Eine freundliche Einladung.

Da wir nun wirklich in keinem fahrtüchtigen Zustand mehr waren, haben wir die freundliche Einladung angenommen und gleich auf dem Parkplatz übernachtet (wie zahlreiche weitere Wohnmobile...).

Da das Schiff ja 4 Tage später fährt, mussten wir am Donnerstag auch nicht mehr bis um 9 Uhr in Hamburg abgeben. Das haben wir ausgenützt... Bei mir ging der Wecker um halb acht los, Ozy hat bis viertel nach geschlafen... Allerdings waren wir vorher schon mal von kratzenden, gurrenden Geräuschen aufgewacht. – Wir hatten uns unter den Spiel- und Fressbaum von Eichhörnchen gestellt!
In der Zwischenzeit habe ich ein bisschen vor-gepackt, denn das Auto soll komplett leer sein. Nachdem auch Ozy aufgestanden ist (wach ist etwas anderes), haben wir Stühle und den Tisch, die Schaufel, die drei – sehr (!) schweren Rako-Boxen mit Ersatzteilen, Werkzeug und Bergematerial – und den ganzen Kleinkram nach hinten geräumt. Es ist alles perfekt reingegangen, so dass sich alles gegenseitig abstützt.
Blick in die geladene Kabine; inkl. unserer Einstiegsleiter
Bevor wir losfahren konnten, musste Ozy allerdings erst mal das Dach mit dem Handbesen reinigen, denn die lieben Tierchen hatten beim Fressen eine Riesen-Sauerei hinterlassen: alles war voller Zapfen-Schuppen...

Mit Hilfe von Navi und Wegbeschreibung von Seabridge haben wir den "Schuppen 48", Terminald O'Swaldkai in Hamburg-Veddel dann sofort gefunden.


Wir waren natürlich genau kurz nach elf da und haben damit die Mittagspause erwischt... Aber es hat einen Warteraum (mit Getränkeautomaten), wo man auch das Ticket für den Schalter ziehen muss.

Gegen halb zwölf kam dann unsere Nummer dran. Am Schalter im 1. OG bekamen wir einen Zettel mit Strichcode, den Ozy dann bei der Barriere in den Leser halten muss, um aufs eigentliche Hafengelände zu kommen, sowie einen kleines Kroki. Leider darf nur 1 Person aufs Gelände und auch das nur mit Warnweste (zum Glück stand auch das in der Beschreibung von Seabridge. Sie würden am Schalter auch Westen verkaufen, für EUR 11.90...).

Unsere "Büchse" sieht neben dem Sattelmotorfahrzeug wie ein Spielzeugauto aus. Rechts Ozy in der Warnweste.

































Mein letzter Blick auf unser Häuschen, bevor es mit Ozy auf dem Hafengelände entschwindet. Wir hoffen, dass wir es in Halifax wieder wohlbehalten in Empfang nehmen können!
Die Abgabe selber ging recht gut, das zeitintensivste war die "Schadensaufnahme" – wir haben zwei A4-Seiten an Kratzern und kleinen Dellen am Auto...!


Mit diesem Schiff fährt unser Auto über den grossen Teich (Bildschirmfoto der App "Marine Traffic" – ein guter Tip, Dani!)

Danach, es war mittlerweile viertel nach zwölf, ging's mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof (eine Gruppen-Tageskarte kommt interessanterweise günstiger als zwei einzelne Tageskarten), wo wir den Koffer eingestellt haben. "Erleichtert" fuhren wir mit der U-Bahn zu den "Landungsbrücken", wo wir gleich eine Barkasse für eine einstündige Hafenrundfahrt (mit Speicherstadt) erwischt haben.

Grosse Regatta – Katamarane zwischen den Hafenrundfahrtsbooten und Ausflugsschiffen...
Das Wetter war interessant: wenn die Sonne schien warm bis sehr warm, sobald sie weg war (dicke Wolken im Halbstundentakt), war es dank starkem Wind gleich so kühl, dass man sich eine Jacke gewünscht hätte. Natürlich habe ich einen Sonnenbrand bekommen...

Danach ging's bis zum Fischmarkt und via Reeperbahn, St. Pauli, Mönckebergstrasse ("Bahnhofstrasse" von Hamburg – viele Leute und die gleichen Geschäfte) und Alster zum Hauptbahnhof zurück. Übrigens einer der schönsten Bahnhöfe bzw. Bahnhofshallen, die ich kenne.






Die beeindruckende dreistöckige und sehr luftige Bahnhofshalle.

Im Bahnhof haben wir dann noch schnell je ein Fischsandwich gegessen (Ozy hatte ein "Aalrauchmatjes", was auch immer das ist), bevor wir um halb sechs mit der S1 zum Flughafen gefahren sind (die Fahrtdauer beträgt tatsächlich 24 Minuten und der Zug wird eine Station vorher geteilt...).

Eigentlich hatten wir gedacht, wir hätten am Flughafen noch schön Zeit, aber es hatte so viele Menschen an der Sicherheitskontrolle und diese war so langsam und gründlich, dass wir am Schluss gerade rechtzeitig am Gate ankamen. Übrigens haben wir zum ersten Mal ausprobiert, uns den Boarding-Pass via Mail auf das Handy schicken zu lassen. Das ist im Prinzip eine gute Sache, nur dass man erstens rechtzeitig das entsprechende Mail abrufen bzw. herunterladen und zweitens das Handy den QR-Code dann auch anzeigen sollte...
Erstaunt waren wir nur, dass wir mit dem Boarding Pass auf unseren Handys ohne eine einzige Identitätskontrolle aufs Flugzeug gekommen sind. Offenbar hinkt da die Sicherheit der Technik noch ganz gewaltig hinterher...

Der "Hüpfer" war ganz angenehm und nach der Zugsfahrt wurden wir lieberweise von Xaver in Goldau von abgeholt.

Der erste Teil ist also schon mal gut gegangen. Nun hoffen wir, dass dann auch unsere Reise über den grossen Teich so gut funktioniert!

2 Kommentare:

  1. Hey Ho!!!
    Viel Spass in HH... hab da ne Zeit lang gelebt... da kann man viel Zeit verdepperln wenn man will :D

    Hab den Plan mit dem Schiff noch nicht ganz verstanden... der Kahn braucht ca. 3 Wochen bis rüber. Was macht ihr in der Zeit?

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  2. Ja, Hamburg hat uns super gefallen! - und erst das kulinarische Angebot...;-)

    Theoretisch braucht das Schiff "nur" zwei Wochen, aber durch die ganzen Fahrplanändrungen sind wir nun fast dreienhalb Wochen ohne unsere "Büchse".

    In der Zwischenzeit wird wieder fleissig gearbeitet, bis wir dann am 18. August über den Grossen Teich fliegen.

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