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Sonntag, 27. September 2015

Von See zu See zu See: Garden City UT - Mono Lake CA

Di, 22.9.: Garden City - Antelope Island State Park UT

Die Fahrt vom Bear Lake Richtung Great Salt Lake ist vor allem am Anfang schön. Da führt die Strasse über die Bear River Range (mit Aussicht auf den See) und dann durch das Tal des Logan Creek, schon zur Zeit der ersten Siedler ein beliebtes Ausflugsziel für die Bewohner der umliegenden Prärien.
Danach geht es wieder gerade durch eine grosse Ebene und über einen weiteren kleinen Hügelzug (wie die Bear River Range Teil des Uinta Wasatch-Cache Nationalforest) und dann ins riesige Becken des grossen Salzsees.
Blick aus dem Fenster - auf ein neugieriges Mule Deer.
Fahrt durch das Logan Creek Valley.
Der Logan Creek.
 
Logan.

Der nächste Hügelzug, bevor es in die Ebene des Great Salt Lake geht.
Die Höhe scheint hier unten kein Problem zu sein.
Nach langer Zeit wieder mal ein Lichtsignal.
Interessante Verkehrsführung bei Brigham City.
Auch die LKWs fahren hier gut 110 km/h.


Nach einem weiteren Einkauf im riesigen Walmart von Brigham City fahren wir wieder einmal Interstate bis Syracuse. Dort liegt der Eingang in den Antelope Island State Park am Anfang eines 7 Meilen langen Dammes durch den Salzsee, der die "Antilopen.Insel" mit dem Festland verbindet. Da der Eintritt in den State Park 10 Dollar und die Übernachtung mit Eintritt 15 Dollar kostet, beschliessen wir, gleich hier zu campen (der Standplatz wird gleich hier am Eingang zugeteilt. Wir bekommen einen suuuuuuper Platz, was wir aber erst dort sehen).
Der 7 Meilen lange Damm auf die Antelope Island...
...mit Fata Morgana (der Radfahrer ist echt ;-) ).
Die Marina.
Picknickplatz.

Zunächst fahren wir zu einem Parkplatz über der grossen, halbmondförmigen Bridger Bay, wo es WCs hat - und einen Rager, der uns sehr viel Wissenswertes über Antelope Island und die ganze Gegend erzählt und einen Haufen gute Tips gibt.
Danach erkunden wir ausgiebig die für unsere Begriffe eigentlich eher unwirtliche Insel, die Heimat für 700 Bisons, Pronghorns, Koyoten und viele andere Tiere ist. Sie war lange in Besitz der mormonischen "Staatskirche" und bis 1981 noch in Privatbesitz und die alte Farm (Rinder-, dann Schafzucht) kann noch als eine Art "Freilichtmuseum" besucht werden (alle ausgestellten Gegenstände dürfen angeschaut und/oder ausprobiert werden!).
Auf ein "Filmset" stossten wir auch noch, bevor wir uns unseren Standplatz auf dem (sehr einfachen Camping mit Plumpsklo, dafür mit Picknicktisch unter einem Schattenhäuschen) angucken. Wir haben einen direkt über der Bridger Bay mit wunderbarer Aussicht bekommen!
White Bay.
Bridger Bay.
Die Büsche sehen schön aus, aber der Geruch...
Fielding Garr Ranch (heute Farm museum)


"Maschine" zur Herstllung von Beton-Steinen.
Schubladengriff.
Ein alter Dodge - war noch bis 1989 auf der Strasse!

Bisonherden.

Der Ranger hatte uns gesagt, der See sei ca. 18 Grad und ich möchte doch noch wenigstens mal die Füsse reinhalten. Darum fahren wir wieder weiter nach vorne, wo es - neben dem Buffalo Grill (mit Bisonburgern) - auch Duschen gibt (draussen eine kalte, drinnen Coin-Duschen).
Von oben hatte das Wasser nicht so weit weg ausgesehen, aber der Strand ist sicher mindestens ein Kilometer breit! Das Wasser sieht nicht gerade sehr appetitlich aus und es riecht am Ufer auch sehr streng  nach verwesendem Brine Shrimp (eine Art Krill, der heute noch für Fischzuchten "geerntet" wird), aber ich wage mich trotzdem hinein. Das Wasser hat in diesem Bereich 8-14 % Salzgehalt (in anderen Bereichen bis zu 25%!) und als ich nach mehreren 100 Metern endlich weit genug drin bin, um zu "schwimmen", kann ich den Auftrieb so richtig geniessen. Es ist gar nicht so kalt bzw. hat kalte und warme Stellen und man kann sich so richtig bequem ins Wasser setzen.  - Ich hätte eine Zeitung zum Lesen mitnehmen sollen!
Normal schwimmen geht gar nicht, da die Füsse schlicht zu viel Auftrieb haben. Ich habe so viel Spass, dass sich Ozy auch überwindet und den "Korkeneffekt" ausprobieren kommt. Wir lachen uns fast krumm und verbringen eine lange Zeit im salzigen Wasser.
Der laaaaaaange Weg zum Wasser.

Dort hinten steht unser Häuschen!
Ozy im Great Salt Lake.
Untergehen unmöglich!

Sie haben an alles gedacht!


Bis wir dann wieder oben sind, ist das Salz auf meiner Haut zu einer sandfeinen Kruste geworden, die man regelrecht abstauben kann (Ozy hat zu viele Haare...). Wir sind dann aber beide froh um die Dusche, auch wenn wir trotz heisser Dusche und Seife immer noch ein sehr weiches, fast seifiges Gefühl auf der Haut haben.
Als wir zum Camping zurückkommen, hat es sich eine "Vogellady" mit Graupapagei auf unserem Platz bequem gemacht. Wir wären ja sonst nicht so, aber da wir ausnahmsweise wirklich den schönsten Ort bekommen haben, bleiben wir hart. Sie wandert dafür fürdie ungestörte Bewunderung des Sonnenuntergangs dann mit ihrem Vogel auf den Berg (sie hat extra eine Art Gschtältli mit Vogelkäfig dafür).
Unser wunderschöner Standplatz über der Bridger Bay.



Wir geniessen den schönen Abend, müssen uns wegen eines recht starken, kühlen Windes aber leider bald wieder ins Auto zurückziehen.




Mi, 23.9.: Antelope Island State Park UT - Goshute Mts. NV

Heute Morgen stehe ich früh auf und beobachte den Sonnenaufgang. Während der Nacht haben sich zwei Bisonbullen zum Camping begeben, aber sie sind friedlich und ziehen weiter. Die Hasen rennen auch wieder herum und die Vögel pfeifen wunderschön.

Ein auch noch nicht ganz wacher Bisonbulle.
Mule Deer.
Pronghorn-Bock.

Blick vom Damm über das südliche Ende des Salzsees.
Gegen zehn verlassen wir die Insel wieder über den Damm und gehen in den grossen Walmart  von Syracuse, da wir gestern Gemüse und Brot vergessen hatten. Der Walmart ist so gut ausgestattet, dass wir auch noch ein paar Sachen mehr, darunter ein Paar richtig gute Taschenlampen mit starkem Weisslicht und daneben auch noch Rotlicht und „Spezial Rot-Blaulicht“ (für die Jäger zum Aufspühren von Blut) finden.
Danach fahren wir an Salt Lake City vorbei zur Bingham Canyon Mine, einer gigantischen Tagebau-Kupfermine, die von weitem an ihren riesigen, vielfarbigen Abraumhalden zu erkennen ist. Der Ranger hatte uns schon vorgewarnt, dass das Visitor Center mit Beobachtungsplattform vor zwei Jahren durch einen Erdrutsch zerstört worden sei, was auch der Herr von der Security am Eingangstor bestätigt. Nun gibt es einfach keine Besichtigungen mehr („they don’t do that anymore“). Zum Glück hatte uns der Ranger aber auch erklärt, wie wir trotzdem einen (wohl fast noch besseren) Überblick bekommen könnten: Strasse weiter runterfahren und in den Butterfield Canyon hinein. Das Strässchen dort verläuft entlang des Canyons auf einen Pass, von wo aus wiederum eine Schotterstrasse auf den Berg über der Mine führt. (Sowohl auf dem Pass als auch auf dem Berg hat es andere Autos, obwohl wir auf dem Weg dorthin das Gefühl hatten, fast alleine zu sein…). Der Blick vom über 2750 m hohen West Mountain auf die darunterliegende gigantische Mine und das 1300 m tiefer liegende Umland, vom Great Salt Lake bis zum Utah Lake, ist grandios. Die Mine ist ca. 1.2 km tief und 4 km breit. Ihre Grösse kann man nur anhand der winzigen Pickups ermessen, denn auch die verwendeten Dumper, Bagger und Dozer sind ein paar Nummern grösser als normal.


Gegen Salt Lake City hat es etwas mehr Verkehr... - zum Glück gibt es die Spezialspuren.

Sogar Mehrfamilienhäuser werden hier aus Holzplatten zusammengebaut.

Riesige Abraumhalden der Bingham Canyon Mine.
Im Butterfield Canyon.
Auf dem Weg zum Gipfel.

Plateau auf dem 2750 m hohen West Mountain...
...mit Aussicht auf die Tagebau-Kupfermine.
Kleines Panorama...
Der winzige helle Fleck auf der linken Seite ist ein "normal grosser" Pickup!

Nach einem kleinen Picknick fahren wir wieder zur Passhöhe und auf der anderen Seite hinab. Die Strasse auf der Westseite ist viel steiler und nicht asphaltiert. Der Talboden ist noch grossteils mit Bäumen bestanden und mit kleinen Rastplätzen gespickt. - Hier könnte man auch über Nacht stehen bleiben.
Wir fahren aber weiter Richtung Tooele und von dort bei Burmester auf die Interstate 80. Diese verläuft bald quer durch den – mehr oder weniger ausgetrockneten Salzsee (vor zwei Wochen hat es in Utah sehr stark geregnet) – und wir sehen ausgedehnte Salinen und riesige Salzhaufen. Bald führt die Autobahn fast schnurgerade über 50 Meilen durch die Great Salt Lake Desert, an deren westlichem Ende die Bonneville Salt Flats liegen. Die Luft flimmert und die Fata Morganas machen es schwierig, zwischen Wasser und spiegelnder Luft zu unterscheiden. Die Berge in der Ferne scheinen wie Inseln im Meer zu schwimmen, ohne Sonnenbrille würde man durch die blendende Helligkeit gar nichts mehr sehen. Man kommt sich vor wie auf einem fremden Stern.
Salzgewinnung.
Ein kleines bisschen Hügelland und Steppe...
...mit Sand Devils...
...bevor es in die Great Salt Lake Desert geht.

Wir verstehen es nicht - also muss es Kunst sein.
"Berg-Insel" (Fata Morgana).
Endlose Salt Flats.

Wir sind jedenfalls froh, dass wir mit ca. 120 km/h und Klimaanlage einigermassen zügig vorankommen (draussen ist es um die 30 Grad). Wie eine Oase in der Wüste taucht schliesslich bei den Bonneville Salt Flats ein kleiner Autobahnparkplatz mit Unterstand auf. Hier kann man entweder über die Salzfläche oder nach dem Regen ins voll gesättigte Salzwasser laufen, was auch viele tun. Da wir das Vergnügen schon im Salt Lake hatten, begnügen wir uns damit, ein Stück dem „Strand“ entlang zu gehen und die Salzkristalle bzw. –flocken zu bewundern, die sich im Wasser und an Land gebildet haben.
Die "Oase in der Wüste" - Parkplatz an der I-80 bei den Bonneville Salt Flats.

Man kann in die Salzlake hinauswaten oder sich hineinsetzen.
Jedenfalls ist für alles gesorgt!
Salzkristalle im Wasser.









Bei der nächsten Ausfahrt fahren wir zum Bonneville Speedway, wo die ganzen Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt wurden. Wir sind bass erstaunt, als wir statt „dem Speedway“ erstens wieder einen grossen See und zweitens eine Szene aus einem Fantasy-Film antreffen. - Der Speedway wird jeden Sommer neu angelegt („Speed Week“ ist im August) und im Herbst mit den ersten Regenfällen wieder überflutet, und es wird tatsächlich irgend ein Fantasy-Film gedreht… Die armen Schauspieler, Kameraleute und diversen Assistenten müssen die ganze Zeit im hochgesättigten Salzwasser rumrennen. Alles, inklusive ein beachtliches Waffenarsenal und eine riesige Kleider-Auslage, ist weiss verspritzt und verkrustet. – Wir sind froh, müssen wir das nicht reinigen und machen uns nach einem Schwatz mit dem Caterer (wir bekommen auch ein paar gefüllte Jalapenos) wieder auf den Weg nach Wendover.
Hier wäre der Bonneville Speedway - im Sommer. Jetzt Filmkulisse...

Uäh...
Kleines Waffenarsenal für Elfen und andere.
Die Salzfläche sieht fester aus als sie ist...

Wendover liegt direkt auf der Grenze zwischen Utah und Nevada. Schon einige Meilen vorher gab es (noch in Utah!) grosse Werbetafeln für Showgirls und Casinos und der Nevada-Teil der Stadt sieht denn auch aus wie Klein-Las Vegas. Ozy fährt Tanken, aber wir haben unser Navi nicht genau genug angeschaut, so dass wir, gleich neben den Casinos in Nevada prompt noch in Utah tanken… (zum Glück macht es hier nur einige Cent aus).
Wendover (NV-Teil).

Mit gefüllten Tanks geht es nun auf der „Alt 93“ Richtung Ely. Da es schon recht spät ist, obwohl wir mit der Überquerung der Grenze zu Nevada wieder eine Stunde gewonnen haben (Pacific Time), fährt Ozy bei der nächst besten Gelegenheit (Wildlife Watching-Tafel) von der Strasse weg. Wir rumpeln über die sandige Piste bis auf einen Hügel mit etwas Baumbewuchs – und da steht schon ein Wohnmobil… Also fahren wir von dort weiter ins nächste Tal hinab. Unten beschliesst Ozy, statt dem Wildlife Watching-Wegweiser nach rechts dem linken Strässchen zu folgen. Der Weg ist immer mehr ausgewaschen und endet schliesslich in einem Bachbett. Da wir nicht wenden und nicht zu einer Wendestelle rückwärts fahren können (die Strasse ist hier zu stark ausgewaschen und zu weich, so dass Ozy immer wieder mit einem Rad im Graben landet), ergreifen wir die Flucht nach vorn und fahren – nach vorheriger Prüfung auf dessen Festigkeit – einfach durch das überraschend glatte Flussbett.
Stark ausgewaschene Piste.
Zurück geht's nicht mehr - also nach vorn!
Das Flussbett fährt sich fast besser als die Piste vorher.

Standplatz "im Busch".



Nach ca. 1 km treffen wir auf eine Strasse, die auch auf einer unserer Navi-Karten drauf ist. Witzigerweise sind wir hier nicht mehr allzu weit von der Hauptstrasse entfernt, aber wir erwischen doch noch ein Plätzchen, das weder direkt in einem Wasserabfluss liegt noch von der Strasse gesehen werden kann. Unser Manöver wird von einem wilden Pferdepaar beobachtet, das uns grossräumig umgeht, um dann seinen Weg weiter fortzusetzen. (Die Pferde machend das ganz geschickt: als sie uns das erste Mal gesehen haben, waren sie zusammen. Danach haben sie sich aufgeteilt, immer der Hengst voraus und dann in einiger Entfernung die Stute hinterher, aber so, dass wir nur eins auf einmal gesehen haben. Kaum waren sie in sicherem Abstand, hat die Stute dann wieder aufgeschlossen).
Wilde Pferde.
Die Wüste lebt!

Ozy hat den einzigen Kaktus weit und breit gefunden.


Do, 24.9.: Goshute Mts. – Spencer Hot Springs NV

Am Morgen werde ich wieder mit der Sonne wach. Nach kurzer Fahrt entlang des Flussbettes und über die alte Strasse (die auch in keinem besseren Zustand ist..), gelangen wir wieder auf die Alt 93, die uns durch die Antelope Range mit White Horse Pass und entlang des Steptoe Valley nach Ely führt. Ely scheint ganz nett zu sein, wie wir beim Durchfahren sehen.
Morgenstimmung.

Wieder durchs Flussbett...
...und über die alte Strasse...
...auf die Alt 93.
Endlose Weiten...
Sogar die Oldimer-Ausfährtchen sind endlos (wir haben ca. 50 gezählt...).






Von dort geht es auf die Nr. 50, die „lonliest road in America“. Die Gegend ist sicher nicht dicht bevölkert, aber für diesen Titel hat es schon ein bisschen viel Verkehr… Da die Strasse von Ost nach West verläuft, queren wir immer wieder kleinere Hügelketten (Ranges) und Täler, die hier alle mehr oder weniger Nord-Süd verlaufen. Die Vegetation ist sehr spärlich, es hat nur wenige Farmen und noch weniger grüne Flecke, wo ein bisschen bewässert wird. In den Hügelketten sieht man dafür immer wieder Spuren und Abraumhalden von längst vergangen Minen.

Ehemalige Mine..

Auch heute wird noch gegraben - und sei's für den Strassenunterhalt.
Ist der nicht ein bisschen gross zum Wegwischen? (und dann noch einhändig!) ;-)

Open range.
Hier ist der kapitale Hirsch zuhause.

Durch die Ranges...

....und Valleys.



Nach Auskunft eines Rangers sind in Utah ca. 80%, in Nevada sogar um die 90% Public Land!



Gewisse Gebäude in Eureka sind etwas renovationsbedürftig.

Aber das Feuerwehrdepot ist brandneu!

Eine Farm - Oase in der "Wüste".

Es gibt hier draussen für alles ein passendes Schild.

Auch für jede Strasse.


Irgendwann möchten wir uns einen Überblick verschaffen und fahren auf einen mit Antennen bestückten Berg der Toquima Range. Der Weg ist zwar mit Stacheldraht abgesperrt, aber das Schild daneben weist einen nur darauf hin, dass man das „Tor“ wieder zumachen soll, was heisst, dass die Durchfahrt erlaubt ist. Und –  wie soll es anders sein? – auf dem Weg kommt uns ein Monteur entgegen und auf dem Gipfel treffen wir gleich noch zwei davon an…
Aber der Ausblick ins Monitor Valley auf der einen und ins Smoky Valley auf der anderen Seite belohnt den steilen Aufstieg.
Da könnte man doch rauffahren!


Trotz Zaun ist es auch erlaubt. - Nur das Tor muss wieder zu gemacht werden.


Juhuuuu!

Hübsch hier oben!


Blick  nach Osten ins Monitor Valley.
Blick nach Westen ins Smoky Valley.
Runter müssen wir auch wieder...

Ozy in seinem Element.

Eine staubige Angelegenheit.


Schön gepudert, unser Häuschen...

Vom Berg geht es inmitten einer Staubwolke wieder hinunter zur Nr. 50, der wir kurz bis zum Abzweiger zur Nr. 376 im Smoky Valley folgen.  Auch dort bleiben wir nicht lange drauf, sondern zweigen gleich darauf auf eine weitere Staubstrasse ab, der wir bis zu einem kleinen Hügel folgen, an dessen Hang die (insgesamt drei) Spencer Hot Springs liegen (Danke für den Tip, Michel!). Die erste Quelle ist gemauert und sieht recht nett aus, aber hier steht schon einer und wir möchten doch zu „Michels Fass“. Auch dort steht schon einer, aber nach einem kurzen Gespräch sind sich Ozy und Don gleich sympathisch (er hat auch einen Cummins-Dodge und ist auch Mitglied im TDR-Forum), so dass wir uns neben ihn stellen und den Nachmittage mit von ihm angebotenen kühlen Bier verschwatzen. Don verbringt jedes Jahr einige Wochen in Nevada und gibt uns auch ein paar Tips zur Gegend. Gegen Abend ist die Lufttemperatur auch so weit gesunken, dass wir die ca. 36 warme „Wanne“ geniessen können und wir weichen uns ein, bis der Mond aufgeht. Die „Wanne“ ist übrigens genial gestaltet: das Wasser der etwas weiter oben liegenden Quelle ist ca. 60 °C warm, die gewünschte Badetemperatur wird einfach über das Verschieben des Wasserrohrs und damit die zugeführte Wassermenge gesteuert.

Ab ins Smoky Valley.

Beim Hügel sind die Spencer Hot Springs.

Die "obere Quelle".

Die "untere Quelle".
Die Temperatur kann durch das Verschieben des Rohrs prima reguliert werden.

Hier sprudelt die Quelle mit ca. 60 Grad aus dem Boden.

Don und Ozy diskutieren über die Federung.
Nachdem wir uns sehr entspannt in unseren Wagen zurückgezogen haben, hören wir noch mehrere Autos vorfahren und Leute (überraschend leise) baden. Dann umfangen uns nur noch die Geräusche der Steppe, die vom gelegentlichen Heulen der Koyoten und Rufen von Burros (wilden Eseln) unterbrochen werden.

Fr, 25.9.: Spencer Hot Springs NV – Mono Lake CA

Ich stehe wieder kurz nach Sonnenaufgang auf und hüpfe nochmals ins Fass. – Don war schon vor mir wach und hat das Badewasser gut temperiert. Nachdem auch Ozy wach ist und weiterem Schwatzen brechen wir auf und folgen der Staubstrasse durch die Toquima Range mit dem Humboldt-Toiyabe Natl. Forest. Auf der „Passhöhe“ liegt ein kleiner Campground, von dem aus ein Pfad durch einen Wald mit uralten Wacholderbäumen zur Toquima Cave führt, in der sich Felsmalereien befinden (ein Tip von Don).
Durchs Smoky Valley zur Toquima Range.

Im Humboldt-Toiyabe Natl. Forest.

Uralter Wacholderbaum.
Auch der Wald lebt.
Toquima Cave, durch (sehr massives) Gitter geschützt.

Blick in die "Toquima Cave" (eher ein besserer Abri).
Detail der Wandmalereien. Verschiedene Stile, genaue Datierungen unbekannt.

Blick von der Toquima Cave Richtung Monitor Valley.
Durchs Monitor Valley.


Eine einsame Ranch mit ein paar wenigen Bäumen.

Etwas klopft - im Radkasten?
Oder im Motorraum???
Oder ist etwas unter dem Auto lose???

Nach der Besichtigung fahren wir ins Monitor Valley hinunter, wo wir der Staubstrasse Richtung Süden folgen (diese nummernlose Strasse hätte eher den Ehrentitel „Lonliest Road“ verdient…). Es gibt ein paar wenige Farmen, deren wenige Bäume wie Oasen über den Talboden ragen. Nach dem Überfahren eines etwas tieferen Grabens, schlägt plötzlich etwas. Wir versuchen, die Herkunft des Klopfgeräusches, das von der Geschwindigkeit abhängig zu sein scheint, zu eruieren. Schliesslich hält Ozy an, kriecht unters Auto, guckt in den Motorraum, testet die Radaufhängung – nichts. Schliesslich kommt uns die Erleuchtung: die verknotete Schnur der Campingstuhl-Hülle hatte aufs Dach geklopft… - au!  Aber wir sind erleichtert, dass es nichts Schlimmeres war.

Von der Strasse machen wir einen Abstecher zu „Dianas Punch Bowl“, die sich als riesiger Kegel eines ehemaligen Geysirs entpuppt. Der „Krater“ in der Mitte ist ca. 10-12 m tief und hat einen Durchmesser von ca. 15 m. Nach Ozys Messung ist das Wasser dort unten etwas über 60 °C. Der Ex-Geysir muss uralt sein und vor allem über Jahrtausende oder sogar zehntausende Wasser gesprüht haben, um so einen Riesen-Kegel zu bilden.
Weiter geht's!

Diana's Punch Bowl.
Unser Auto auf dem riesigen Ex-Geysir!
Durchmesser der Öffnung ca.12-15 m.
Tiefe ca. 8-10 m.

Baden wäre hier eher ungesund...
Was hoch kommt muss auch wieder runter.

Den nächsten Stopp machen wir bei den Ruinen der Verhüttungsanlage von Belmont (1868-69 und 1878-79), von denen nur noch ein paar Steinmauern und vor allem ein – schön gestalteter – „Stack“ übrig ist und durchqueren dann auch noch die ehemalige Minenstadt, von der heute nicht mehr viel übrig ist. Nach Belmont ist die Strasse wieder asphaltiert und bald gelangen wir auf die Nr. 376 und wenig später auf die Nr. 6.
Weiter geht's durchs Monitor Valley.
Auch hier ist die Strasse eher staubig.
Überall Sand Devils.
Das leichte Wellblech merkt man mit gegen 100 km/h fast nicht mehr.

Ruinen der "Combination Mill East Belmont" (1868-69 und 1878-79).

Deponie von Belmont.
Haus mit Privatkirche? Oder eher das Pfarrhaus?

Belmont.
Mit Maschinensammlung.

Die 376 - wieder mal eine asphaltierte Strasse.

An der Einmündung der Nr. 376 in die Nr. 6.

Dieser folgen wir durch die heruntergekommene Stadt Tonopah und ein paar „Geisterstädte“ über Ranges und durch Valleys Richtung Benton. Mittlerweile ist es 32 Grad warm. Kurz vor Benton überqueren wir die Grenze zu Kalifornien. Gleich hinter der Grenze gibt es eine „Agriculture Control Station“ und wir finden es doch leicht übertrieben mit der Hygiene, als sich uns ein weisser „Marsmensch“ nähert. Der „Marsmensch“ – es handelt sich um eine Dame – bedeutet uns, das Fenster nur einen kleinen Spalt zu öffnen und klärt uns auf, dass gerade die Bienen los seien. Jetzt bemerken wir auch die zwei „Bienentransporte“, die von ganzen Trauben umschwärmt werden.
Nach einer kurzen Frage zu unserem mitgeführten Obst (wir haben nur noch einen Banane, den letzten Apfel hatte ich zum Glück kurz vorher verspeist) dürfen wir passieren.

Tonopah.

Wenigstens darf man hier ausserorts schnell genug fahren.



Welcome to California!

Und gleich kommt die Agricultural Inspection Station.

Bei Benton biegen wir auf die Nr. 120 ein, die sich als wahre Achterbahn entpuppt: zahlreiche Kurven über einen kleinen Berg und „Dips“ mit vom Aussehen her fast senkrecht aufsteigenden Wänden. Hinter der Kuppe dann und wann gleich eine Kurve, um die Sache noch etwas spannender zu gestalten. Unsere luftgefederten Sitze bewähren sich wieder prächtig bei diesem Auf und Ab. Es ist, als würde man schweben!
War der letzte Höhenzug noch kahl (dafür mit interessanten Felsformationen), geraten wir beim nächsten plötzlich in einen dichten Wald voller Jeffrey Pines. Von hier aus erhaschen wir auch einen ersten Blick auf die Rockies und auf das Gebiet des Mono Lake, eines riesigen Kratersees.
Die Nr. 120: kurvig durchs "Gebirge".


Im nächsten Tal hat's Salzseen.

Achtung: Dips.

Oh ja...

Hinter der Kuppe eine Kurve - das macht's doch so richtig spannend!

Noch mehr Dips. - Die Strasse gleicht einer Achterbahn!

Die nächste Range...

Ein erster Blick auf die "Rückseite" des Küstengebirges.

Und plötzlich ist man im Wald!

Blick durch die Jeffrey Pines auf den Mono Lake (die Auflichtung stammt vom grossen Crater Fire von 2001).

An einem Parkplatz informieren wir uns über die ehemalig hier stationierte Sägerei (Holz für die Goldgräberstadt Bodie, komplett mit Schmalspurbahn dorthin) und einen 4WD-Rundkurs um die marsähnlich aussehenden Mono Craters. – Das lässt sich Ozy natürlich nicht entgehen!
Die Sägerei früher...

...und was davon übrig ist.

Die hellgrünen, gestrichelten Linien sind die "4x4-Pisten".
Wir biegen also von der Nr. 120 ab in den Wald auf eine richtige Sandpiste, die zunächst durch die Jeffrey Pine Wälder führt, in denen die Stümpfe der ehemals hier wachsenden Baumriesen noch gut zu erkennen sind. Aber auch die heutigen Bäume haben bereits wieder einen beachtliche Dicke!
Wir merken bald, dass die Karte am Infopoint eine sehr grobe Vereinfachung war. Das ganze Gebiet ist spinnennetzartig von verschiedenen Pisten durchzogen, die auch – nach einem uns völlig schleierhaften System – benannt sind (1N11, 1S308 (von denen gibt’s dann noch mindestens a-f) etc. Einige wenige Tracks sind als ATV-Spuren bezeichnet, andere erkennt man nur an ihrer Anlage als solche. Wir suchen uns also mit Hilfe unseres Navigationssystems und der Landmarke der Mono Craters einen Weg durch das Gewirr, landen zwischendurch auf einer breiten Lastwagenpiste und fahren nach eineinhalb Stunden schliesslich wieder auf die Strasse. - Das Gebiet ist absolut faszinierend!
Der „Sand“ besteht grösstenteils aus feinem Bims, teilweise durchmischt mit Obsidian (wie auch die Abhänge der Mono Craters). Die Profiloberflächen unserer Reifen sind danach jedenfalls perfekt „poliert“ und weisen auch einige kleinere durch die glasharten und skalpellscharfen Obsidiansplitter verursachte „Ausschnitte“ auf. Westlich der Craters steht der wunderschöne Jeffrey Pine Forest, östlich davon meint man sich in der afrikanischen Savanne.
Los geht's auf der Sandpiste!
Jeffrey Pine Forest mit den im 19. Jh. abgesägten Stümpfen der alten Baumriesen.

Einige Baumriesen sind auch einfach umgefallen...

...und liegen jetzt im Wald (gut sichtbar der "spiralige Wuchs").

Die Jeffrey Pines haben eine enorm dicke, gefurchte Borke.


Eine der Wegmarkierungen. Hier steht ausnahmsweise, wer den Weg befahren kann.
Normalerweise sind die Pisten nur mit - uns unverständlichen - Nummern markiert.
Breit genug wär's, aber für diesen Anstieg in Tiefsand haben wir leider nicht die passenden Reifen.
Lastwagenpiste mit Obsidiansplittern.
Wieder im Tiefsand, aber diesmal flach.
Teil der Mono Craters. Die dcke, dunkle Schicht ist reiner Obsidian!
Weiterer Blick auf die Mono Craters.
In der Ferne erblicken wir den Panum Crater und den Mono Lake.
Afrikanische Savanne?

Nach einem kleinen Abstecher zum Panum Crater fahren wir nach Lee Vining, wo wir uns für zwei Nächte auf dem Mono View RV einrichten.

Mono Lake mit weisser und schwarzer Insel.
Blick vom Camping mit interessanter Wolkenformation.

 

Sa 26.9.: Mono Lake CA: Ruhetag

Heute haben wir es uns sehr gemütlich gemacht: Ausschlafen, ausgiebig waschen (uns und den Wäscheberg), Fotos sortieren und Blog schreiben... Zur Belohnung gab es einen feinen Znacht auf der Terrasse von "Bodie Mike's" mit diversen BBQ-Ribs - mmm! Und morgen geht es weiter durch den Yosemite NP und Richtung San Francisco!