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Donnerstag, 17. September 2015

Von den Rockies an die Küste: Banff bis (fast) Vancouver

Der letzte Eintrag wurde an userem Ruhetag in Banff gemacht, wo wir einen gemütlichen Tag im Tim Hortons und in der Coin Laundry verbracht haben. Am Abend waren wir dann noch im Städtchen shoppen und in der Old Spaghetti Factory essen, bevor es am Mittwoch weiter ging:

Mi 9.9.2015: Banff - Radium Hot Springs

Bevor wir Banff verlassen, besuchen wir die (ursprünglichen) Cave&Basin Hot Springs. Der hübsche Trail zu den Quellen ist frei, ebenso die Sonderausstellung zu den Arbeitslagern von Internierten im 1. Weltkrieg. Es handelte sich meist um Einwanderer aus "feindlichen Ländern". Die Oberschicht (1st Class) musste nur zu ihrem eigenen Unterhalt, die anderen durften in Arbeitslagern massgeblich zum Ausbau der Strassen in den Nationalparks beitragen.

Eines der "wilden" Hot Springs Becken.
Verschiedene Bakterien und die berühmte (winzige) Banff Springs Snail fühlen sich im heissen, schwefelhaltigen Quellwasser wohl.

Der Besuch der Cave mit dem Wasserbecken ist dann kostenpflichtig, lohnt sich aber. Im Visitor Center gab es auch eine Ausstellung zu den Parks und zur Geschichte des Tourismus, da Banff bzw. die Quellen den Anfang der Nationalparks machten.

Die mystisch anmutende Cave mit Quellfassung. Schon lange vor den Weissen von den First Nations genutzt. - Der Zugang war von oben...
Rekonstruktion des im 19. Jh. angelegten "Openair-Badebeckens". Heute ist wegen der Schnecken sogar das Finger Reinhalten strengstens verboten es gibt draussen einen Wasserhahn, wo man darf).

Nach Mittag fahren wir auf dem Trans Canada Highway Nr. 1 und Route Nr. 93 durch den Banff- und den daran anschliessenden Kootenay-NP. Leider ist das Wetter immer noch nicht so toll.
Vor allem im Kootenay sehen wir sehr viele verbrannte Wälder, z.T. sind ganze Talseiten oder gar Täler betroffen. Wir halten an einem Aussichtspunkt, wo es Infos gibt zu den eigentlich nötigen Bränden in diesem Gebiet (vor Eingreifen des Menschen im 20 Jh. brannten die Wälder regelmässig - die einen im 100-, die anderen im 10-Jahres-Turnus).

Kilometerweise verbrannte Wälder in allen Stadien der Wiederbewaldung.
Hier wird (in 3 Tagen!) eine Wildunterführung eingebaut.
Notfallspur für LKWs - den Eingang sollte man treffen, wenn die Bremsen versagen... (Hinten dran hat es jeweils nur "normale" Strässchen, keine Kiesbette)

Zunächst ging es an den Radium Hot Springs vorbei, die sehr malerisch in einer Schlucht liegen, um uns auf dem nationalparkeigenen Redstreak Campground einen Platz zu sichern (dafür  brauchten wir dann auch wieder ein NP-Ticket. Das reine Durchfahren wäre gratis).
Eingang zum Canyon, in dem die Radium Hot Springs liegen.

Der Camping liegt hoch über dem Tal und man könnte von dort aus 2.7 km zum Bad laufen. Wir waren faul, haben dafür aber einen kurzen educational Trail zur Waldauflichtung gemacht - mit Bärenglöggli wegen akuter Warnung. Gesehen haben wir aber nur ein paar winzige Vögel, Mule Deer mitten auf dem Camping und zwei schöne Bighorn-Böcke am Hang.

Auf dem Camping könnte man auch in hübschen "o-TENT-iks" übernachten (Ozy sitzt schon mal Probe...).
Akute Bärenwarnung! - Nicht ohne mein Bärenglöggli! (und sicherheitshalber auch noch Bärenspray).
Der Camping ist auch mit "Cooking Shelters" ausgestattet...
...mit Holzofen zum Kochen!
Die Mule Deer-Kühe lagern friedlich im Moos zwischen den Standplätzen...
...während die Bighorn-Böcke neben der Strasse weiden.
Danach ging es im hübschen Städtchen Radium Hot Springs noch zu Back Country Jack's - mit 1/2&1/2 Menu - ein halbes Spear Rib und ein halbes Poulet zum Teilen, inkl. Beilage und Baked Beans.
Mmmmm!

So gestärkt ging's zum Bad, wo wir auf dem Parkplatz ein Deutsches Paar mit Reisemobil getroffen haben, die uns - unter scharfer Beobachtung einer kleinen Bighorn-Herde - viele gute Tips zu Vancouver und Frisco gegeben haben.



Die Radium Hot Springs im Canyon. Neben einem grossen, heissen Becken gäbe es auch noch einen 25 m langen, 29 °C warmen "Cool Pool".
Kleine Bighorn-Herde mit Jungtier...
...scharf bewacht von ihrem (noch jungen) Bock.
Von den drei "Rocky Mountain Hot Springs" hat uns dieses am besten gefallen, weil das Becken riesig ist (es war auch nicht so bevölkert) und auch wunderschön liegt, mitten zwischen den Felsen und über dem vorbeirauschenden Bach. Ausnahmsweise machte es schon um neun zu, aber zum Glück heisst das hier - im Gegensatz zu anderen Bädern, die wir kennen... -, dass man erst um neun das Becken verlassen muss. In der Lobby gab's zudem Infos über Tier-Unter- und Überführungen, deren Bau wir heute auf der Fahrt hautnah sehen konnten.

Do, 10.9. Radium Hot Springs - Skimikin Lake Recreation Site (Salmon Arm BC)

Am Morgen geniessen wir die Aussicht über das Nebelmer im Tal.
Blick vom Redstreak über das Nebelmeer über dem Dörfchen Radium Hot Springs im Tal des Columbia River.

Wir haben uns entschieden, die nördliche Route via (kanadischen) Glacier NP zu fahren, und freuen uns zunächst sehr über das schöne und abwechslungsreiche Tal des mäandrierenden Columbia River (Columbia River Wetlands) mit vielen Ranches rechts und links (viele davon könnte man kaufen, auch Neubauten). Das Vergnügen der Fahrt wird nur etwas durch die zahlreichen Baustellen geschmälert...
Columbia River Wetlands.
Neben zwei Stinktieren sehen wir auch unseren ersten Bären - leider wie die Skunks ein Opfer des Straßenverkehrs.

In Golden gibt es ein "2. Frühstück" bei Tim Hortons (mit free Wifi...), dann besuchen wir das etwas ausserhalb liegende Northern Lights Wildlife Wolfzentrum, wo wir eine interessante Führung bekommen.
Wiley.

Leider kommen wieder Wolken auf für die Fahrt durch den Glacier NP, aber auch bei Sonne wäre die Fahrt durch den Park auf dem Trans Canada Highway Nr. 1, auf den wir ind Golden wieder gestossen sind, für uns verwöhnte Schweizer nicht übermässig toll... - wäre die "Südroute" besser?
Kurzer Lichtblick.
Licht am Ende - der Gallerie.

Kippgefahr!

Immerhin nehmen wir noch die Trails zur alten Eisenbahnstrecke und den beeindruckenden Baumriesen im "Berg-Regenwald" mit. Ticket für den Park mussten wir auch keines lösen, da dasjenige vom Kootenay NP von gestern noch gegolten hat (das Ticket ist immer bis um 16 h des Folgetags ausgestellt und durch das Überqueren der Zeitzone - Mountain zu Pacific Time - haben wir erst noch eine Stunde dazugewonnen).

Plan der Bahn-Streckenführung mit Kehren und Brücken, abgeschaut von den Kehrtunnels an der Gotthardstrecke.
Trail auf der alten Bahn-Trasse (die ehemaligen Schwellen zeichnen sich noch heute im Moos ab).
Gigantische Zedern und Hemlocktannen im "Old Growth Forest".

Weiter geht es an den Canyon Hot Springs vorbei und durch eine Ecke des Revelstoke NP. Seit Golden ist der TCH nur schlecht ausgebaut und vor allem hat es viel Verkehr, mit zahlreichen Lastwagen und Touri-Womos.
Achtung: LKW von links, Elk von rechts.

Richtig schön finden wir die Strecke erst nach den Nationalparks, als wir ins Tal kommen und die Strasse dem Verlauf des Eagle River folgt. Ab Sicamous -das sich Houseboat Capital of Canada nennt (es hat genug davon im Hafen) - folgt der THC einem Arm des riesigen Shuswap Lake. Der bzw. die Seen in H-Form liegen wunderschön zwischen hohen Bergen. Es sieht aus wie Fjorde. Leider ist der wunderbare Blick entlang des THC fast immer durch hohen Bäume versperrt. Diese Gegend wäre auch berühmt für ihre Lachswanderung den Adams River hinauf, aber dafür sind wir leider noch zu früh...

Blick auf den Shuswap Lake (kaum sichtbar wegen der vielen Bäume entlang der Strasse...)
Hier wird noch geflösst.
Gebrauchte Fenster und Türen gefällig?

Kurz nach Salmon Arms ging dann gar nichts mehr wegen eines Unfalls auf dem Highway. Zum Glück hatten wir uns bereits den Camping der Skimikin Lake Recreation Site auf einer Hochebene oberhalb des Shuswap Sees ausgesucht gehabt und konnten uns dann während 1 Stunde (!) langsam bis zum nächsten Nebensträsschen "vorarbeiten", von wo wir dann über Neben-Nebenstrassen zum Camping fahren konnten (wegen eines noch nicht allzu lange zurückliegenden Bergsturzes war ein Teil richtiggehend "offroadig", aber kaum hatten wir uns über unser tolles 4x4-Vehikel gefreut, kam uns eine alte Corvette entgegen... Wir wissen allerdings nicht, ob sie dann doch die ganze Strecke bewältigen konnte).
So sind wir dan erst gegen sieben, halb acht auf dem hübsch gelegenen, sehr einfachen Camping mit Plumpsklo angekommen (dafür war er mit 12 CAD sehr, sehr günstig).

Camping mit "Pferde-Parkplatz"!

 Fr 11.9.: Salmon Arm - Abbotsford BC

Am nächsten Morgen ging es recht zeitig los Richtung Westen, über die nebelverhangene und sehr hübsche Hochebene mit kleinen Seen und vielen kleineren Farmen.
Nebel auf der Hochebene des Skimikin Lake.
Nachdem wir wieder auf der THC unten "im Tal" waren, änderte sich die Landschaft recht schnell und dramatisch zu einem steppenartigen Tal, das ebenfalls recht stark landwirtschaftlich genutzt wird, bevor es wieder über den nächsten Pass geht.

Vom Tal...
...wieder in die Berge.

Schliesslich sind wir in Abbotsford gelandet, wo Ozy bei BD Diesel vorbeigeschaut hat. Dort haben wir gleich eine Führung durch die Fertigungsanlagen (Getriebe, Turbos, Einspritzungen für Dieselmotoren) bekommen, bevor es zur eigentlichen "Garage" ging, wo unser Auto den verdienten Ölwechsel bekam und Ozy ein kaputtes Kreuzgelenk entdeckt hat. Zum Wechseln hat es gerade noch gereicht (Feierabend ist - zumindest am Freitag um 16.30 und ein Angestellter hat sogar sehr ausnahmsweise für uns eine Viertelstunde länger gearbeitet), aber für den geplanten "Dyno" (Leistungsprüfstand) war es dann definitiv zu spät.
Büros und Fabrikationsgebäude in Abbotsford.
Führung durch die Werkstätten und Fertigungsanlagen. Hector zeigt Ozy ein paar Drehmoment-Wandler.
Die Service-Station von BD-Diesel.
Unsere "Büchse" auf dem Lift.
Das kaputte Kreuzgelenk  (war noch vom Vorgänger).

So wird hier am (komplizierten Ford-)Motor gearbeitet - man hebe einfach die Kabine ab.
 Danach ging's auf einen sehr schönen (und entsprechend teuren) Good Sam's Camping in der Nähe von Abbotsford zum Erholen.

Es gibt auch ganz kleine 5th Wheels.


Unsere "Büchse" verschwindet fast auf dem für grössere Gefährte ausgelegten Standplatz.

Übers Wochenende geht es dann nach Vancouver, bevor wir am Montag nochmals bei BD Diesel vorbeischauen. - aber das kommt im nächsten Blog!
.

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