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Freitag, 18. September 2015

Von der Küste bis in die Prärie: Vancouver bis Anaconda

Sa/So 12./13.9.2015: Vancouver

Brücke über den Fraser River.
Vom Good Sam's Camping in Aldergrove bei Abbotsford ging es am Morgen gaaaanz gemütlich zum nächsten Good Sam in einem Vorort von Burnaby, wo wir kurz nach 11 h gleich einen Standplatz für zwei Tage ergattern konnten. Der Camping liegt überaus günstig ganz in der Nähe einer SkyTrain Station, von wo man in ca. 35 Minuten nach Downtown Vancouver fahren kann (den Tipp hattenw ir vom Deutschen Ehepaar, das wir in Radium Hot Springs getroffen hatten). Man kann auch gleich an der Reception einen Tagespass für CAD 9.75 lösen, mit dem man unbeschränkt SkyTrain, Bus und Sea Bus fahren kann. Der Camping ist überhaupt seeeehr gut ausgestattet mit einem gut assortierten Laden, einem Indoor-Pool inkl. Hot Tub, einer Womo-Waschanlage etc. etc.
Womo-Waschanlage, komplett mit Roll-Leitern für die grossen.

Nachdem wir uns platziert hatten, sind wir (bei ca. 25 Grad) zur Haltestelle marschiert und haben von dort die Millenium Line nach Downtown Vancouver genommen.

Vorort-Häuschen in Burnaby. Auch hier hat (fast) jeder einen RV vor dem Haus.
Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr.
"Unser" SkyTrain-Bahnhof..


Da es recht gutes Wetter war, sind wir an den beiden Tagen vor allem kilometerweit gelaufen und haben uns die Stadt (Bereich Downtown...) angesehen.

Besonders fasziniert haben uns die "Strassenschluchten" und der Mix aus alt und neu. Eher erschreckend fanden wir jedoch die unzähligen Obdachlosen, die offenbar teils ein Einweg-Ticket von ihren Gemeinden erhalten  und dann hier versuchen dürfen, zu überleben, ständig vertrieben von den Security-Leuten.


Ein wahrhafter Wolkenkratzer!


Da wird auch der Luftraum genutzt! (Übrigens eine Fassade voller glasierter Bauterrakotta-Ornamente).
"Dampfuhr" in der "Altstadt" Gastown.
Detail der dampfenden Pfeifen. Jede Viertelstunde ertönt der "Westminster-Pfiff".
Farmers Market auf Granville Island (erinnert eher an einen Bazar, hat aber tooooolle Sachen!)
Draussen wird man mit den feinen Esssachen dann von den Möwen erwartet...

Wir haben auch den  Aquabus auf dem False Creek ausprobiert (gehört leider nicht zum "Verkehrsverbund") sowie den Sea Bus (Fähre über den Burrard Inlet nach North Vancouver) und sind ausgiebig die oft oberirdisch auf Viadukten verlaufenden SkyTrain Linien abgefahren (die "Züge" verkehren normalerweise führerlos und man kann - wenn man schnell genug ist - einen tollen Platz ganz vorne ergattern. Ein Mal haben wir auch einen "Repetitionskurs" erlebt, wo eine Angestellte unter dem gestrengen Blick des Prüfers ein, zwei Stationen selber fahren musste).

Aquabus vor der Skyline von Downtown Vancouver (es ist so winzig wie es aussieht...).
Zum Glück sind alle certified... ;-)
Ausblick von ganz vorne im SkyTrain.
Noch ein Ausblick.

"Das Höchste" war der zweimalige Besuch des Harbour Tower, am Samstag für ein Bier am Tag (das Restaurant liegt einen Stock höher als die - kostenpflichtige und nicht günstige - Aussichtsetage) und dann am Sonntag Abend für ein gediegenes Nachtessen (wir hatten am Samstag einen Tisch reserviert). Die Aussicht ist immer noch grandios, auch wenn es Downtown mittlerweile schon höhere Gebäude gibt und weitere in Bau sind.
Der Harbour Tower mit Aussichtsetage (unten) und Restaurant (oben).
Aussicht vom 553 ft (168.55 m) hohen Resti auf  Downtown Vancouver am Tag...
...bei Sonnenuntergang (die Sonne scheint durch die Fenster der Hochhäuser)...
...und in der Nacht (das rötliche Oval ist das BC Place Stadium, erbaut im Hinblick auf die Weltausstellung 1986).
Gruss aus dem Resti!

Mo, 14.9.2015: Vancouver - Abbotsford BC - Seabeck WA

Auf die zehn ging's nochmals zu BD Diesel nach Abbotsford, um den "Dyno" nachzuholen, der sehr zu Ozys Befriedigung ausfiel.





Bei Sumas, einem gemütlichen Grenzposten, konnten wir nach Erklärung unserer Reisepläne trotz Bärenspray ohne Probleme wieder in die USA einreisen.

Von dort ging es zunächst "über Land" und dann bei Bellington auf die Interstate 5 Richtung Süden. Das Ziel war das Haus eines Bekannten bei Seabeck auf der Landzunge gegenüber Seattle. Er hatte uns geraten, die Fähre von Edmonds nach Kingston zu nehmen, um dem Stadtverkehr von Seattle auszuweichen. Eigentlich eine gute Route, nur das Navi schien einige Probleme mit dem Finden des Fähranlegers zu haben...
Ein leicht verwirrtes Navi was den Fähranleger von Edmons betrifft...
Die "Schwesterfähre" auf dem Puget Sound.
Üppiger Wald in Kitsap County.


Trotz aller technischer Verwirrungen fanden wir schliesslich Dave und Kerstins wunderschönes Haus mitten im Wald. Wir durften nach langem wieder einmal in einem "richtigen Bett" übernachten und Master Coinmaker Dave, von Haus aus Dr. der Zoologie, der auch noch Archery-Champion ist, "Flintknapping" (mit Obsidian) betreibt, wunderschöne Schnitzereien fertigt und vieles mehr, machte mich mit den Feinheiten der Münzherstellung bekannt. Wir danken Kerstin und Dave herzlich für Ihre Gastfreundschaft!
Morgendlicher Blick von der Verandah von Daves Haus über die Wälder und den Hood Canal Richtung Olympic NP
Dave am Gravieren.
Münzprägung.


Di, 15.9.2015: Seabeck WA  - Vantage WA

Leider mussten wir das gastliche Haus bereits am Vormittag Richtung Osten verlassen, da wir ja noch sooo viel vorhaben...
Rückfahrt über Seabeck.

 Vorbei an Miami Beach (!) und Seabeck ging es auf den Highway Nr. 3 nach Süden, vorbei an Tacoma. Da wir "grad in der Nähe" waren, fuhren wir dann ins Paradies. D.h. nach Paradise im Mt. Rainier NP. Leider war uns das Wetter wieder nicht sehr hold. Nach einem schönen Morgen an der Küste zog sich der Himmel gegen das Küstengebirge (Cascade Mountains) immer mehr zu. Das nahm auch dem - vor allem im unteren Teil mit seinen Old Growth Forests sehr beeindruckenden - Nationalpark ein wenig die Ausstrahlung und auch im "Paradies" hatten wir nur wenig von den flammend gelben und roten Büschen. Immerhin erlaubte uns Mt. Rainier einen ganz kurzen Blick auf einen seiner Gletscher, bevor wir unseren Weg weiter nach Osten fortsetzten.
Eingang zum Nationalpark, inmitten von Riesen-Zedern und Hemlocktannen.
Old Growth Forest.
Mit Sonne sicher ein prächtiges Farbenspiel...
Farbige Büsche in Paradise.
Ein ganz kurzer Blick auf den Mt. Rainier.
So sähe es aus...
Nach Besuch im (zum Glück geheizten) Visitor Center in Paradise ging es dann über viele Kurven und vorbei an zahlreichen Baustellen wieder hinunter ins Tal.
Anhänger mit überlanger Deichsel und "Zusatz-Achse" (wegen Längen/Gewichtsvorschriften).
Der Rimrock Lake war fast komplett  ausgetrocknet, weshalb wir überrascht waren, dass am Stauwehr vorne ein Grundablass geöffnet war. Dies hat uns dafür sehr schöne Blicke auf einen wild dahinrauschenden Tieton River beschert. Die Vegetation wechselte überraschend schnell von Wald zu Trockensteppe und das Tal des Naches River wies darüberhinauf noch eindrückliche Basaltklippen auf. Wo bewässert wird, ist es schön grün. Wir haben vor allem ausgedehnte Apfelplantagen gesehen, die uns schon fast ans Südtirol erinnerten... (nur, dass hier die Harasse aus Holz und nicht aus Plastik sind).
Tal des Naches-River mit Basalt-Klippen.
Bei Yakima ging es auf die Interstate 82 durch die Hügel nach Norden, entlang eines riesigen Militärgebietes, bis wir bei Kittitas auf die Interstate 90 Richtung Osten abbiegen konnten. Die Gegend wurde immer karger und auch immer flacher und die State Parks und State Forests mit ihren zahlreichen Campgrounds, die in den Bergen noch dicht an dicht lagen, hörten ziemlich schnell auf (immerhin gäbe es an jeder etwas grösseren Ausfahrt einen RV "Camping").

Schliesslich schlugen wir auf dem Wanapum Recreation Area Campground in der Nähe von Vantage unser Lager auf, der wie eine Oase am Wanapum Stausee liegt. Wir haben grad noch den letzten Tag der "Hauptsaison" erwischt mit einem sehr stolzen Preis von 40 USD (dazu käme noch die Washington State Park-Gebühr von USD 10.-, die wir aber unterschlagen haben; Nebensaison wäre übrigens nur 5 Dollar weniger). 

Eine Oase in der Wüste - Die Wanapum Recreation Area mit Campground.


Unsere Büchse auf dem Wanapum Campground.

Mi, 16.9.2015: Vantage WA - Fairmont Hot Springs MT

Am Morgen machten wir einen kleinen Schlenker über den Gingko Petrified Forest SP, dessen Visitor Center aber noch nicht offen war. Dafür haben wir ein Bergschaf  vor beeindruckender Kulisse inmitten von versteinerten Gingko-stämmen gesehen.


Wilde Pferde... (Wild Horse Monument)
Blick über den Wanapum Stausee
Weiter ging's auf der über weite Strecken sehr gerade verlaufenden I-90 nach Osten, vorbei an wogenden Steppen und verschiedenen Farmen und Feldern. Im Bereich des grossen Wanapum Lake noch mit Bewässerung (Wein, Obst, Gemüse), dann zunehmend ohne Bewässerungsanlagen (Getreide, Viehzucht).
Obwohl wieder relativ flach ist die Gegend auch hier alles andere als langweilig.
Hier sind die Busse schneller als wir.
Es geht laaange "geradeaus".
Ob der Regen bis auf die Erde kommt?

Bei Spokane kommen langsam wieder Hügel und kurz hinter Spokane auch die Grenze zu Idaho, sehr leicht sichtbar am plötzlichen Auftreten immens grosser Werbeschilder rechts und links des Highway.
Bei Coeur d'Alene kommt man endgültig wieder ins Bergland. Die Interstate windet sich für amerikanische Verhältnisse sehr kurvig durch Täler und über kleinere Pässe.

Auf dem Lookout-Pass überqueren wir gleich die Grenze zu Montana und damit auch wieder eine Zeitgrenze (wir sind wieder in der Mountain Time). Die Interstate folgt ab St. Regis dem mäandrierenden Verlauf des Clark Fork flussaufwärts (wir haben die Brücken nicht gezählt, aber es sind viele. Und jedesmal ist der Clark Fork brav angeschrieben).
Es ist (oder war) eine an Mineralien reiche Region - wir passieren den Copper Mountain, geraten ins Silver Valley und fahren schliesslich an Gold Creek vorbei... Das Land wird wieder flacher bzw. das Tal breiter und auch trockener und wir fahren entlang an endlosen "rolling hills". Durch die Wolken und sich ändernden Licht- und Schattenverhältnisse können wir uns an der Landschaft gar nicht satt sehen.

Wieder ein langer Zug.

Ca. 120 Waggons weiter vorne sehen wir auch die Loks.





Schliesslich finden wir in Fairmont Hot Springs, neben dem gleichnamigen Resort, einen schönen Good Sam-Camping (mit den bisher schönsten und saubersten WCs). Da es scon nach 6 pm ist, machen wir wieder einen "self Check-In".





Do, 17.9.2015: Fairmont Hot Springs MT (Ruhetag)

Eigentlich wollten wir heute schon Richtung Yellowstone weiterfahren, aber da die Wetteraussichten für heute Freiag nicht besonders sind und wir die letzten Tage ziemlich weit gefahren sind, machen wir heute einen gemütlichen Ruhetag.

Er wird nur "unterbrochen" von einem Ausflug in die Verhüttungsstadt Anaconda mit einem der grössten "Ziegelbauten" - einem riesigen Kamin, wo die Verhüttungsgase aller Anlagen zusammengefasst und dann in die Luft gelassen wurden (er wurde übrigens in nur 6 Monaten aufgemauert).. Es gibt einen kleinen "State Park", in dem die Dimensionen des riesigen Kamins (oben noch ein Innnendurchmesser von rund 18 m) veranschaulicht werden und man einige wenige Infos über die Verhüttungsbetriebe bekommt, die das Kupfererz des nahen Butte veredelt haben und 1980 stillgelegt wurden. Von den Hallen etc. ist gar nichts mehr zu sehen. Das einzige, was noch zu sehen ist, sind riesige Schlacke- und Taubgestein-Halden sowie der als "landmark" stehengelassene Kamin.
Gegend um Fairmont Hot Springs / Anaconda.
Blick in die Hügel - der "Strich" rechts ist der Anaconda Stack - ein riesiger Kamin aus Backsteinen.
Der Anaconda Stack.
So sah es hier mal aus, als die ganzen Verhüttungsbetriebe noch da waren.
Der Ring veranschaulicht den Innendurchmesser des Kamins von 18 m an seinem oberen Ende!
In den ehemaligen Tiegeln könnte man wohnen...
Öffentliches Gebäude in Anaconda: Backsteinbau mit Bronze-Architekturelementen.

Da man vom State Park die denkbar schlechteste Aussicht auf den Kamin hat, folgen wir einer eingezeicheten Strasse auf unserem Navi, das uns auf eine abenteuerliche Schotterpiste bringt. Wir landen sozusagen im Vorgarten von John, der zunächst sehr misstrauisch ist, uns dann aber sehr freundlich mit Wegbeschreibungen weiterhilft, als wir ihm sagen, dass wir nur Touristen sind, die den "Stack" sehen wollen.

Die stark ausgewaschene Piste, die Ozy sehr konzentriert aber mit strahlenden Augen in der Untersetzung fährt, führt sehr malerisch durch Birkenwälder und Haine und schliesslich werden wir auf dem höchsten Hügel, wo sich natürlich auch die Handymasten und weitere Anlagen befinden, mit einer grandiosen Aussicht auf das Tal, den Stack und die umliegenden Hügel und Berge belohnt. Wir haben grad noch Glück. Es fängt an zu Hageln und den ganzen Abend lang ziehen verschieden starke Regenschauer über das Tal (übrigens der erste "richtige" Regen seit wir hier sind).
Stark ausgewaschene Piste in die Hügel.
Trotz Wegbeschreibung von John muss Ozy den richtigen Weg rekognoszieren.
Das Loch in der abgerutschten Strasse...
...wird von Ozy elegant umfahren.
Malerische Birkenhaine.
Wir kommen über die "Baumgrenze".
Und weiter geht's durch die Wiesen.
Dort hinauf zu den Masten wollen wir!
Immer wenn man denkt, man sei alleine - ist schon einer da!
Der Dodge hat sich seinen Loorbeerkranz gleich selbst mitgenommen.
Unsere Büchse hoch über dem Tal.
Ozy blickt auf Anaconda hinab.
Man sieht sogar Schneeberge.
Und natürlich den "Stack" und die ausgedehnten Schlackehalden.
Blick über die Wälder, die beginnen, sich herbstlich zu verfärben.

Danach haben wir uns ein ausgedehntes Bad in den Fairmont Hot Springs verdien! - Hier das erste Mal Quellen ohne Chlorzusatz!
Das Fairmont Hot Springs Resort (mit Wasserrutsche, Outdoor- und Indoor-Pools, jew. ca. 40 / 36 °C).

Danach gibt es noch ein "Sunntigsznacht" mit einem wunderbaren T-Bone-Steak, das uns vor ein paar Tagen "nachgelaufen" ist.
Den Znacht hat sich Ozy redlich verdient!
Abendstimmung über dem Campground.


1 Kommentar:

  1. Gibts euch beide noch? Ihr habt schon lange nichts mehr geschrieben?

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