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Samstag, 26. September 2015

Beautiful Yellowstone!

So, mit einem "Düftchen" Wifi von der örtlichen Bibliothek kommt hier der erste Teil (Yellowstone NP). Für den 2. Teil reicht's ja vielleicht auch noch...

Fr. 18.9.: Fairmont Hot Springs MT – Yellowstone NP WY

Nachdem ich bis um 12 nachts den Blog fertig gemacht habe, haben wir heute bis fast um neun geschlafen und sind dann kurz nach zehn abgefahren.Vorbei an der grossen Bergbaustadt Butte (übrigens "Bjuut" ausgesprochen)  mit einem grossflächig in Terrassen abgebauten Berghang, Schlackehalden und teils rauchenden Schloten.
Von dort wieder über die Berge und dann durch die Flussebene der Three Forks mit mäandrierenden Flüsschen, schliesslich durch mehr oder weniger hügeliges, eher trockenes Land. Aber die frisch verschneiten Berge rücken näher!

Morgenstimmung in Anaconda - endlich Sonne!!!
Butte mit rauchendem Schlot.
Fahrt über die Berge...
...und durch die Ebenen.
Wo bewässert wird, ist's grün.
Flussebene der Three Forks.

In Livingston gibt es einen „Grosseinkauf“ und wir tanke (mit dringend benötigtem Scheibenputzen), bevor wir Richtung Gardiner/Yellowstone Nordeingang abbiegen. 
Endlich ein Scheibenschwamm mit lang genugem Stiel...

Bereits auf dem Weg sehen wir einen heissen Bach aus dem Berghang sprudeln.
Gardiner ist ganz auf den NP-Tourismus ausgerichtet. Wir sehen viele Restis, Outdoor-Adventures-Anbieter und Souvenirshops aber nur einen kleineren Laden. – Wir hatten den richtigen Riecher!

Entlang dem Yellowstone River nach Gardiner.
An der Zufahrtsstrasse zum Park wird gerade gebaut, aber dank Umleitungs-Tafeln wir finden den Weg zum bemerkenswert unprätentiösen Gate trotzdem (wir erinnern uns an das gewaltige Holztor beim Mt. Rainier NP. Hier steht nur ein winziges Häuschen...).
Mit unserem NP-Jahrespass und ID kommen wir schnell und problemlos in den Park.
Wenn keine Fahne wehen würde, würde man den Parkeingang glatt übersehen!

 
Im Park geht's weiter entlang dem Yellowstone.

Hier hat es schon etwas mehr Verkehr, aber wir erreichen bald Mammoth Hot Springs. Im „Dörfchen“ ist gerade die Hölle los, da zwei kleine Elkherden – die eine davon mit einem kapitalen Hirsch, die andere mit einem hübschen Spiesser – beschlossen haben, dass ihnen der gut gepflegte Rasen hier besser schmeckt als das dürre Gras ausserhalb. Zum allgemeinen Verkehrschaos kommen deshalb noch zahlreiche Touristen, die die Tiere fotografieren möchten. Zum Glück wird alles ein wenig von Rangern überwacht, da die Leute sonst wohl auf den Hirschbullen draufgesessen wären…

Man beachte das Schild... - und wie ist es umgekehrt?
Wir fahren weiter zu den Sinterterrassen und schauen sie uns zu Fuss zuerst von unten, dann von oben an und fahren anschliessend auch den schmalen, gewundenen Upper Terrace Drive, der mitten durch noch aktive und alte Sinterterrassen verläuft (nur für PKWs, Busse und Trailer dürfen nicht). Dort gibt es ebenfalls einen schönen Boardwalk zu noch sehr aktiven heissen Quellen führt, deren Wasser weitere Terrassen bildet. Dieses Mal haben wir einigermassen Glück mit dem Wetter – fast immer wenn wir unterwegs sind, kommt die Sonne grad so hinter den Wolken hervor.

Unser Auto vor den Terrassen der Mammoth Hot Springs. Das Riesending rechts ist ein erloschener (Cone-)Geysir.








Hier wird alles eingesintert!
Und schon kommt irgendwo wieder eine neue Quelle aus dem Boden (oder Asphalt).


Der Upper Terrace Drive führt mitten durch weitere Sinterterrassen.
Auf dem Rückweg nach Mammoth Hot Springs sehen wir einen Bison unterhalb der Strasse ruhen – wir sind wohl die ersten, die ihn erspäht haben, da sich noch keine Menschentraube gebildet hat…

Es ist jetzt gegen zwei, halb drei. Wir haben den Camping in Madison Junction gestern online vorgebucht, weshalb wir die längere Route über Tower/Canyon/Norris wählen (sozusagen die nordöstliche Schlaufe der Parkstrassen-Acht). Die Strasse ist nicht übermässig spektakulär, bietet aber vor allem im nördlichen Teil sehr schöne Blicke über die „rolling Hills“ mit gelegentlichen Schneebergen im Hintergrund. Wir sehen auch immer wieder mal grössere und kleinere Bisonherden in der Ferne. Leider ist der Blacktail Plateau Drive „due to bad road conditions“ gesperrt. Das Fahren ist insgesamt eher mühsam, da es recht viel Verkehr hat und man ständig gewärtig sein muss, dass irgendwo einer am Strassenrand steht und dann alle voll in die Eisen steigen, da man gucken muss, ob da ein Bär, Elch oder Bison steht.
Unsere erste Bisonherde, noch ganz in der Ferne.

Wir halten bei einer Ausfahrt kurz vor dem Tower Fall, die unter einer sehr beeindruckenden (ungesicherten!) überhängenden Basaltwand liegt und von wo man einen schönen Blick über den Canyon des Yellowstone (mit namengebenden gelben Wänden) hat und gucken uns kurz darauf schnell den Tower Fall an (lohnt sich nicht wirklich. Der Aussichtspunkt ist klein und schon fast zugewachsen und es hatte viele Asiaten, die sich unbedingt „vor dem Fall“ ablichten lassen wollten).
Yellow Stone.
Riesen-Basaltwand.

Wir kämpfen uns in der Kolonne über den Dunraven Pass (unser erster Schnee!) und sind dann froh, dass wir auf die weniger befahrene „Zwischenstrasse“ nach Norris abbiegen können. Die grossen Brände von 1988 sind noch überall gut zu sehen, aber der Jungwuchs hat sich schon wieder sehr schön entwickelt. So hat man zwar eine „grüne Aussicht“, hat aber doch noch die Chance, auch rundrum mehr von der Landschaft zu sehen als nur Bäume vor dem Gesicht (beim Norris Geyser Basin hat es nicht gebrannt und dort sieht man von der Stasse aus praktisch nichts). Da es schon fast halb fünf ist, fahren wir durch und halten nur für eine kleine Ruhepause am Gibbon River und die Besichtigung der Beryl Spring direkt an der Strasse (am Abend wegen Gegenlicht – wenn die Sonne überhaupt rauskommt… - eher ungünstig).
Über den Dunraven Pass.
Die Spuren der grossen Feuer von 1988 sind heute noch zu sehen.
Am Gibbon River.

So gegen viertel nach fünf, halb sechs sind wir endlich am Camping (mit Tafel "Full" draussen). Es ist eine riesige Anlage mit zig „Loops“. Wir bekommen einen für unser Fahrzeug eher ungünstigen Standplatz (entlang der linken Strassenseite – Ozy muss gegen Einbahnrichtung kehren, damit wir den Eingang weg von der Strasse bekommen und knapp die Leiter stellen können) und wir fragen uns, wie die Plätze hier vergeben werden (wir mussten in der Online-Reservation sogar den Typ unseres Fahrzeugs sowie die Länge angeben. Trotzdem stehen Leute mit Zelt in grossen Plätzen, andere mit grossen Fahrzeugen und Anhängern in den üblichen, kleineren schräg zur Strasse stehenden Plätzen und wir sind in einer „Kurve“ untergebracht…).
Zunächst gibt es Znacht (Rinds“medaillons“ mit Gummelstock, Rotweinsauce und Kefen), dann machen wir noch einen Abendspaziergang an den Madison River und werden mit einer Elkkuh, einem schönen Elkhirsch auf einer Halbinsel und drei Bisonbullen belohnt, die sich uns immer mehr nähern…. (dabei heisst es doch „do not approach wildlife“…).
Kleiner Abenspaziergang am Madison River - auf dem Bild hat es u.a. noch drei Bisons und einen Elkstier.
Er sieht ja so friedlich aus. Aber:

Sozusagen in Angriffsstellung. Zum Glück stehe ich hinter einem Baum...
Schliesslich hat er sich aber wieder beruhigt.

Da das Abwaschen auf dem eigenen Platz streng verboten ist, schleppe ich unser Geschirr in den – immerhin geschlossenen – Dishwashing Room. Dort drin ist es wenigstens warm, das Wasser ist es leider nicht…

Abwasch-Kabuff (nur mit eiskaltem!!! Wasser).

Sa-Mo 19.-21.9.: Yellowstone NP & Fahrt nach Garden City UT

Die folgenden beiden herrlichen Tage widmen wir ganz dem Yellowstone Nationalpark. Den ersten Tag verbringen wir praktisch vollständig im Bereich des Upper Geyser Basin, das unter anderem den berühmten „Old Faithful“-Geysir beinhaltet (wir sehen ihn an diesem Tag insgesamt 6 Mal ausbrechen – von nah und fern, bei Tageslicht und in der Dämmerung). Ausser dem berühmtesten Geysir von Yellowstone (der übrigens weder der grösste, noch der höchste, nur der „genaueste“ ist), lassen sich auch noch die Ausbrüche anderer Geysire mehr oder weniger genau vorhersagen. Und einige sind sogar so nett und spucken alle paar Minuten.
Auch hier haben wir übrigens  wieder einen grossen Velo-Event erwischt...
Überall dampft es! Mal ein bisschen...
...mal ganz viel.
Kleines Poser-Pic.
Old Faithful - wohl der berühmteste Geysir des Parks - und seine Bewunderer.
Er sieht auch aus der Ferne noch beeindruckend aus!
Um den Old Faithful hat sich sozusagen das „Haupt-Tourizentrum“ mit grossem Visitorcenter, zwei Tankstellen, Laden, Souvenirshops und zwei Hotels gebildet, darunter das „Old Faithful Inn“, eine riesen Anlage mit über 300 Zimmern. Das Hauptgebäude beeindruckt auch uns mit seiner gewaltigen Holzkonstruktion. Wir beschliessen spontan, heute Abend hier zu speisen und bekommen auch noch einen Tisch – um halb zehn Uhr nachts (vom Essen her – das zum Glück nicht allzu teuer ist – lohnt es sich nicht, aber das Ambiente ist toll).
Im Park ist man jedenfalls nicht alleine...

Geysir-Vorhersage im Visitor-Center.

"Yellow Bus" vor dem Old Faithful Inn (Ozy hat natürlich drunter geschaut - zumindest das Chassis ist modern).
Sogar die Abfallkübel sind hier "stylish".
Auch der Laden (mit Bar) ist sehr speziell gebaut. Hier der "Knotted Porch".
Die gewaltige Lobby des Old Faithful Inn bei Tag...

...und in der Nacht. - Der Riesenkamin wird tatsächlich eingeheizt (leider sind die Sessel am Feuer immer besetzt...).
Hier bricht sicher niemand ein!

Am 2. Tag besuchen wir weitere „Hot Spots“, vom West Thumb am grossen Yellowstone Lake über das Norris Geyser Basin bis zu den Artist Paint Pots, mit einem Abstecher zum Yellowstone Canyon. Viele der heissen Quellen, Fumarole, Geysire und Mud Pots sind über Boardwalks zugänglich gemacht, so dass man in diesen hydrothermalen Feldern, die durchzogen sind vom „Duft“ nach Schwefel und anderen chemischen Bestandteilen und erfüllt sind vom Zischen und Blubbern, Kochen, Plätschern und Rauschen, Kilometer um Kilometer zurücklegen kann. Ich liebe die in allen Blauschattierungen schimmernden Quellen, während es Ozy, der es lieber mag, wen etwas läuft, vor allem die Geysire und Mudpots angetan haben. Am Abend gab es noch einen „Campfire Talk“ (im warmen Häuschen) von einer Rangerin, die einen schönen Vortrag über die Geschichte von Yellowstone gehalten hat.







Ach ja, das Betreten der hydrothermalen Felder ist strengstens verboten...
Aber Bisons können halt einfach nicht lesen...
Und Grizzlies ist frischer Beton offenbar auch egal.


Die Farben kommen von den verschiedenen Bakterien und Algen. Jedes Geyser Basin hat seine eigene "Flora", die Farben ähneln sich aber je nach Temperatur (je dunkler, desto kühler).



Der "Morning Glory Pool".


Kleiner "Kochtopf".
Manchmal kocht es auch ganz anständig.




"Ozy in the Mist".

Castle Geyser - wie der wohl zu seinem Namen gekommen ist? ;-)

Es gibt auch ganz verrückte Formen: Grotto Geyser.

"Fishing Cone" im Yellowstone Lake. Der Name kommt daher, dass die Touris bis ins 20. Jh. von hier gefischt haben und den Fisch dann gleich im heissen Wasser kochen konnten. Nach Unfällen mit schweren Verbrühungen wurde diese Praxis dann verboten...

Kleiner Spring-Geyser.
Mit hübschen Versinterungen.
Plötzlich kommt Wasser...
...und dann spuckt er fröhlich vor sich hin.



Ozy als "Geyser Gazer".
Der Daisy Geyser ist auch einer der vorhersagbaren.
Detail vom Daisy Geyser.

Der Vixen Geyser bricht alle paar Minuten aus (wenn er aktiv ist).
Er hat es uns besonders angetan, weil er mehrmals richtig scharfen Strahlen "schiesst".
Nach wenigen Minuten ist fertig...
....und das Wasser zieht sich komplett zurück (es sieht aus und klingt auch wie bei einem Klo...).

Mudpots - einmal flüssig...
...einmal zäh.


Mudpots in allen Farben.


Die (ahgestorbenen) Bäume werden "Bobby Socks" genannt wegen ihrer weissen "Socken".








Ausser den hydrothermalen Bijous ist Yellowstone auch für seinen Tierreichtum bekannt, von dem wir auch einiges gesehen haben. Besonders die Bisons sorgen regelmässig für ein kleineres oder grösseres Verkehrschaos, wenn sie die Strasse wieder mal als bequemen Weg nutzen. Daneben gibt es Unmengen an Vögeln, Squirrels, Chipmunks, Koyoten, Elk, etc. Wölfe und Bären haben wir – mit einer Ausnahme – nicht gesehen. Die Ausnahme war ein Grizzly, der sich am Morgen auf den Campingplatz „verirrt“ hat. – Das war eine Aufregung! Am Warnruf „Bear!“,“ Bear!“ konnte man genau nachverfolgen, wo er sich gerade aufhält. Die Mütter haben sofort ihre Kinder eingesammelt und sie in die Autos gesperrt, die Zeltcamper sich selber in Sicherheit gebracht. Wenn sich ein Grizzly so nahe an ein Camp wagt, ist Vorsicht angebracht. Ozy hatte schon am Vorabend ein verdächtiges Knacken im Gebüsch gehört und hat dann spontan ein anderes WC aufgesucht – das war wohl keine schlechte Idee, denn dieses Jahr wurde bereits ein Arbeiter von einem Grizzly getötet und mehrere Besucher durch Bären verletzt.

Die Gänse haben sich einen sicheren Schlafplatz mitten im Fluss gesucht.








Und auch die Landschaft ist sehr abwechslungsreich und teils wunderschön. Von Pässen über Nadelwälder, von Prärien zu mäandrierenden Flüssen, vom "Grand Canyon of the Yellowstone" bis zum riesigen Yellowstone Lake.
Endlose Nadelwälder.
Der Yellowstone Lake.
Hayden Valley.
Firehole River.
Firehole River mit Zuflüssen von heissem Thermalwasser (Baden leider!!! nicht erlaubt).
"Grand Canyon of the Yellowstone".
Sogar die Wolken sehen hier speziell aus.









Nach dem Adrenalinschub am Montagmorgen besichtigten wir auf der Fahrt nach Süden noch das Lower und Middle Geysir Basin. Letzteres beinhaltet die berühmte „Grand Prismatic Spring“, eine heisse Quelle, deren Becken so gross ist, dass man ihre Ausmasse nur aus der Höhe erfassen könnte. Aber auch „ebenerdig“ ist sie wunderschön, da die Dampfwolken die Farben der tiefblauen Quelle und ihrer mit verschiedenfarbigen Bakterien und Algen bewachsenen Rändern widerspiegeln.

Die Grand Prismatic Spring.
Sie hat ihren Namen vom die Farben der Quelle widerspiegeldnen Dampf.

Danach heisst es endgültig von Yellowstone Abschied nehmen. Unser Weg führt uns durch den Grand Teton Nationalpark (warum auch immer gab es hier keine „Eingangskontrolle“) mit wunderschön gelb verfärbten Birken vor den verschneiten Spitzen der Grand Teton Range.



Das Gelb tut manchmal fast weh...

Die Grand Tetons.

Im touristischen Jackson Hole gibt es eine längere Mittagspause im McDonald’s (free wifi…), bevor wir durch die flache Prärie bis zum Dörfchen Garden City, grad hinter der Grenze zu Utah, am Bear Lake fahren, das offenbar berühmt ist für seine Himbeeren (die leider schon im August reif waren).
Hier finden wir einen netten Camping, wo wir, abgesehen von einem Langzeit-Camper, einem Zelter und einer Herde Mule Deer ganz alleine sind.

Fahrt durch das Tal des Logan River.

Und durch die Prärie.

Nicht nur in Jackson Hole gibt es Bögen aus tausenden Elk-Abwurfstangen.

Jetzt wird's wieder richtig flach.

Ein echter "Cowboy".

Endlich der Bear Lake!

Garden City ist die Raspberry Capital - hier gibt es alles Denk- und Undenkbare aus Himbeeren.

Hübscher Camping im "Hinterland" von Garden City (off season...).





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